GLS Treuhand: Ausbau einer Schulfarm durch Landkauf, Uganda

Kauf von Land zur Erweiterung des schuleigenen Gartens in Kamuli, Uganda

Der Schulgarten sichert die Existenz der Schule und leistet einen wichtigen Beitrag zur Versorgung von Lehrer*innen und Schüler*innen.

Entwicklung des Projektes

2009 gründeten drei engagierte junge Lehrer*innen die Bright Future Primary und Nursery School etwa 24 Meilen außerhalb von Kampala. Seitdem haben sie mit Unterstützung durch die Zukunftsstiftung Entwicklung und viel harter Arbeit ein Schulunternehmen aufgebaut, das in der verarmten Region Impulse für ganzheitliche, emanzipatorische Bildung setzt. Vor dem Hintergrund der Waldorfpädagogik werden die individuellen Stärken der knapp 300 Kinder gefördert. Der schuleigene Garten trägt zur Versorgung bei. So wird nicht nur für das leibliche Wohl gesorgt, sondern ökologische Landwirtschaft direkt praktisch gelehrt. Die akuten Auswirkungen der Pandemie bedroht die Existenz dieser Modellschule.

Auswirkungen der Corona-Pandemie

Der erste Fall einer Covid-19 Infektion in Uganda trat am 21. März 2020 auf. Seitdem sind alle Schulen und Universitäten geschlossen. Zunächst wurde ein sehr strikter, genereller Lockdown angeordnet. Später kam es zu schrittweisen Lockerungen. In Uganda können die Restriktionen aus wirtschaftlichen Gründen nicht aufrechterhalten werden, aber die Fallzahlen steigen. Aktuell wird eine Schrittweise Öffnung bis zum Sommer vollzogen, einzig die Abschlussklasse ist bisher wieder im Unterricht. Nach und nach sollen weitere Klassen hinzukommen. Den Schulen fehlen über 90% der Einnahmen aus Schulgebühren. Es ist kaum Geld da für die Finanzierung der Lehrergehälter und laufenden Kosten. Durch den harten wirtschaftlichen Einbruch haben viele der Familien im Einzugsgebiet der Schulen alles verloren, so dass sie voraussichtlich für eine ganze Weile keine Schulgelder werden zahlen können. Auch vom Staat gibt es keine Förderung. Alles, was hier in jahrelanger Arbeit aufgebaut wurde, ist in wenigen Monaten in eine sehr kritische Lage geraten.
Die Lehrer*innen der Schule verfügen nicht nur über die staatliche Lehrerausbildung, sondern zusätzlich über einige Zusatzausbildungen, zum Beispiel in der Waldorfpädagogik, eine Ausbildung im organischen Landbau, der Tierhaltung und Tierzucht, Bienenhaltung und Honigproduktion, können Schneidern, Matten und Körbe flechten. Gerne würde die Schule diese erfahrenen und gut ausgebildeten Lehrer*innen halten und so zumindest die Existenz der in langer Arbeit aufgebauten Institution sichern.
Trotz der Schulschließung halten die Lehrer*innen Kontakt mit den Schüler*innen und versuchen, sie so gut wie möglich weiter zu begleiten. Sie bringen ihnen Arbeitsblätter nach Hause oder involvieren sie in Aktivitäten im Schulgarten. Die Schule hat für besonders bedürftige Familien einen Nothilfefonds eingerichtet. Akut notleidende Familien erhalten Lebensmittelhilfe, Saatgut und Kleintiere.

Projektziel

Der Schulgarten hat schon in den Vorjahren zu einer Entlastung des Schulbudgets beigetragen, da die Ernte zur Versorgung von Schüler*innen und Lehrer*innen beitragen konnte. Im letzten Jahr wurde er für die Bright Future Schule eine wichtige Quelle für Einnahmen. Die Lehrer*innen, die auf dem Schulgelände leben, konnten sich so ernähren. Überschüsse flossen auch in die Nothilfe bedürftiger Familien. Schülerinnen und Schüler aus der Nachbarschaft halfen weiter bei der Bestellung des Gartens, und konnten im Gegenzug Nahrung für Ihre Familien mit nach Hause nehmen. Die Schule würde ihre Schulfarm gerne ausbauen. Nicht nur, um auch im Regelbetrieb noch weniger Geld für das Schulessen ausgeben zu müssen, sondern auch, um den Gartenbauunterricht für die Schüler*innen auszuweiten. Das Fördergeld wird für den Kauf von Land verwendet, das an die bisherige Schulfarm angrenzt und dann dieses Gelände erweitert.

Zielgruppe

302 Schüler*innen (Klassen 1-7) und Kindergartenkinder

Laufzeit 2021

Wir fördern dieses Projekt insgesamt mit 11.300 €.